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Anbau, Standort und Pflege von Tomaten

Tomaten Gießen

Die Tomate (Solanum lycopersicum) zählt zu den beliebtesten Gemüsearten überhaupt. Regional wird sie auch Paradeiser oder Liebesapfel genannt. Sie gehört der Familie der Nachtschattengewächse an.

Mittlerweile gibt es Hunderte von verschiedenen Tomatensorten. Ihre Wuchshöhe reicht von etwa 40 Zentimetern einiger Buschtomaten bis zur Höhe von 3 Metern verschiedener Wildtomaten. Während es vor einigen Jahren noch ausschließlich rote Tomaten gab, hält der Markt jetzt Züchtungen auch von gelben, grünen, dunkelroten und fast schwarzen Tomaten bereit. Formen und Größe der Tomatenfrüchte gehen von kleinen Kirschtomaten über ovale und längliche Sorten bis hin zu den runden, schweren Fleischtomaten. Beachtet man einige Pflegehinweise ist die eigene Tomatenzucht recht ergiebig.

Standort von Tomaten im Garten

Tomaten lieben die Sonne und sie benötigen viel Wärme. Ein geschützter Standort in der vollen Sonne ist deshalb eine der Voraussetzungen, dass Tomatenpflanzen gut gedeihen.

Dabei dürfen sie nicht zu dicht beieinander oder zu dicht an anderen Pflanzen stehen. Denn eine gute Luftzirkulation ist wichtig. So wird verhindert, dass sich der Morgentau oder die Nässe vom Regen allzu lange auf den Blättern hält. Das rasche Abtrocknen von Feuchtigkeit ist für die Tomaten wichtig, denn es beugt Pilzerkrankungen vor.

Die Erde sollte humusreich und gut durchlässig sein. Wenn Tomaten im Kübel kultiviert werden, sorgt eine gute Kübelpflanzenerde für optimales Wachstum und garantiert vollen Fruchtansatz.

Pflanznachbarn von Tomatenpflanzen

Viele Pflanzen gedeihen in der Nachbarschaft von Tomaten gut. Im Hobbygarten ist es einfacher, die stark zehrenden Gemüsesorten zu den stark zehrenden Tomaten zu pflanzen. Dazu zählen Lauch und alle Kohlarten, außerdem Zucchini und Sellerie. Hingegen harmonieren Salate sowie Möhren, Rettiche, Radieschen, Spinat und Rote Beete ebenfalls mit Tomaten, benötigen jedoch nur die Hälfte der Nährstoffe wie sie die Tomate braucht. Deshalb ist es einfacher, ein ganzes Beet mit Starkzehrern zu bepflanzen und gegebenenfalls bereits im Herbst des Vorjahres mit gut verrottetem Pferde- oder Kuhmist vorzubereiten.

Tomaten düngen und pflegen

Tomaten Gießen

Tomaten Gießen

Tomaten benötigen reichlich Nährstoffe und sie müssen regelmäßig gegossen werden, am besten mit leicht temperiertem oder mit abgestandenem Wasser. Das Gießen sollte direkt ins Erdreich der Pflanzen erfolgen, so dass die Blätter nicht benetzt werden. Manche Hobbygärtner setzen deshalb auch Blumentöpfe oder präparierte Kunststoffflaschen (siehe Grafik) direkt neben die Tomaten ins Erdreich. Dort hinein wird gegossen, damit das Wasser direkt an die Wurzeln der Tomaten gelangt und die unteren Blätter keine Wasserspritzer abbekommen.

Die Ernährung der Tomatenpflanzen kann mit organischem Dünger wie Kompost oder mit gut abgelagertem Pferde- oder Kuhmist erfolgen. Auch Brennesseljauche eignet sich gut, wenn sie mit der Jauche von Beinwell vermischt wird. Reine Brennesseljauche enthält überwiegend Stickstoff, das fördert das Blattwachstum. Viele Blüten und somit Früchte bekommt die Tomate durch einen Tomatendünger der einen höheren Kalium- und Phosphoranteil enthält.

Wenn die Tomaten im Gewächshaus oder in Kübeln auf der Terrasse kultiviert werden, kann auch ein flüssiger Dünger, der beispielsweise Guano enthält, zum Einsatz kommen. Das Bodenleben ist in Pflanzkübeln nicht so rege wie in den Gartenbeeten. Deshalb werden organische Dünger oft nicht vollständig abgebaut und umgesetzt. Ein Flüssigdünger hingegen liefert den Tomatenpflanzen alle benötigen Nährstoffe in leicht verfügbarer Form. Selbstverständlich kann auch ein mineralischer Dünger in flüssiger oder in fester Form für die Ernährung von Tomatenpflanzen sorgen.

Vermehrung von Tomaten

Tomaten werden nicht wie andere Pflanzen über Stecklinge oder Ausläufer vermehrt. In der Regel sät man sie in kleine Töpfe aus. Nach etwa 7 Tagen keimen sie und werden, wenn das dritte Blattpaar entstanden ist, in etwas größere Töpfe pikiert. Zunächst benötigen sie noch nicht viel Dünger. Sie können aber schon mit dem Tee von Ackerschachtelhalm zweimal die Woche besprüht werden. Das beugt Pilzerkrankungen vor.

Ab Mitte Mai bis Anfang Juni können die Jungpflanzen in den Garten umziehen. Sie benötigen eine Kletterhilfe und werden ab jetzt regelmäßig gedüngt. Das Mulchen mit Brennesseln oder mit leicht angetrocknetem Grasschnitt hält die Böden rund um die Tomaten schön feucht. Mulchmaterial aus Gehölzabfällen sollte jedoch nicht verwendet werden, da es dem Boden Stickstoff entzieht, den die Tomaten dringend für das Wachstum brauchen.

Weitere Anbau und Pflegetipps

Regelmäßig sollte die Erde rund um die Tomaten vom Unkräutern befreit werden. Die Tomaten sollten nach und nach angebunden und in den Blattachseln entgeizt werden. Besonders im Freiland stehende Paradeiser können an sonnigen Tagen am besten Vormittags mit dem Tee des Ackerschachtelhalm besprüht. Wichtig ist, dass die Tomatenblätter bis zum Abend wieder abgetrocknet sind und die Pflanzen trocken in die Nacht gehen. Die im Ackerschachtelhalm enthaltene Kieselsäure wirkt stärkend und beugt Pilzerkrankungen vor.

Wer seine Tomaten darüber hinaus verwöhnen möchte, kann in die Erde zusätzlich etwas Gesteinsmehl einarbeiten.

Erntezeit

Geerntet werden Tomaten ab Juni bis hinein in den Oktober. Die Erntezeit und -Dauer kann bei den einzelnen Tomatensorten variieren. Am besten schmecken die Tomaten, wenn sie reif geerntet und direkt verzehrt werden. Da in der Erntezeit meistens mehr Tomaten reif werden, als man verwenden kann, bietet sich die Konservierung von Tomaten, wie z.B. das Einkochen oder Einlegen, an.

Wenn Mitte bis Ende Oktober noch grüne Früchte an der Tomatenpflanze hängen, können diese gepflückt werden und an einem trockenem Ort nachreifen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass nicht alle Tomaten nachreifen, aber immerhin ein paar können so gerettet werden. Am Tomatenstock würden die grünen Früchte auf keinen Fall mehr reifen.

Tomaten sind im allgemeinen robust und bekommen wenig Schädlinge. Aber sie neigen im Laufe des Sommers zu Pilzerkrankungen. Besonders wenn der Standort nicht optimal ist, breiten sich die Pilzerkrankungen etwa ab der Mitte des Sommers aus.

Überblick über Tomatenkrankheiten und Schädlinge

Kraut- und Braunfäule

Zu erkennen ist dieser Pilz an der gräulichen Verfärbung der Blätter und einem weißlichen Belag an der Blattunterseite. Der Pilz befällt nach und nach die ganze Pflanze und wandert später auch in die Früchte.

Der echte Mehltau bei Tomatenpflanzen

Der echte Mehltau sieht aus wie ein weißes Puder auf den Blättern. Die Früchte werden nicht befallen und sind eßbar. Echter Mehltau ist ein typischer Schönwetterpilz, der in heißen und trockenen Wetterperioden geschwächte Pflanzen befällt.

Frucht- und Stängelfäule

Die Frucht- und Stängelfäule beginnt am Stängel, der sich schwarz verfärbt. Die Blätter vergilben und fallen ab. Diese Pilzerkrankung entstehen gerne bei feucht-warmer Witterung.

Hiergegen gibt es handelsübliche Spritzmittel auf biologischer Basis. Der Tee von Ackerschachtelhalm (Rezept siehe unten) kann die Erkrankung jedoch einige Monate hinaus zögern. Im Herbst entwickelt sich auf den meisten Tomatenpflanzen dennoch diese Erkrankung. Wenn sich die ersten verfärbten Blätter zeigen, sollten diese sofort entfernt und die Tomaten mit einem biologischen Stärkungsmittel behandelt werden. So wird die weitere Ausbreitung des Pilzes auf die Pflanze verhindert bzw. hinaus gezögert. Gute Pflege durch Bodenlockerung, optimale Ernährung und angemessene Feuchtigkeit dienen der Stärkung der Tomatenpflanzen.

Rezept Ackerschachtelhalmtee

Einen gehäuften Esslöffel Ackerschachtelhalmtee in einem Liter Wasser aufkochen. Etwa 30 Minuten leicht sieden und dann abkühlen lassen. Durch ein Filterpapier abgießen und mit einer Sprühflasche auf die Blätter der Tomaten aufbringen.

Getrockneter Ackerschachtelhalmtee ist in der Apotheke erhältlich.

Die weiße Fliege

Wenn Tomaten im Gewächshaus stehen, breitet sich dort gerne die weiße Fliege aus. Sie ist kein Schädling im üblichen Sinne und beeinträchtigt die Tomaten nicht wirklich. Wer dennoch etwas dagegen tun möchte, kann sich im Fachhandel Nützlinge bestellen und sie im Tomatenhaus ausbringen. Das Spritzen zum Abtöten der kleinen Fliegen ist weniger sinnvoll, da wenig Erfolg versprechend. Zum einen lassen sich damit niemals alle Fliegen erfassen und zum anderen handelt es sich bei den Tomaten um ein Nahrungsmittel, welches möglichst unbelastet bleiben sollte.

Die Blütenendfäule bei Tomaten

Meist ist sie auf Kalziummangel zurück zu führen. Tomaten die im Pflanzkübel kultiviert werden, zeigen hin und wieder diese Erkrankung. Zu erkennen ist sie am Blütenansatz der Tomaten, der sich schwarz und braun verfärbt. Die Erkrankung befällt immer nur einzelne Früchte an der Tomatenpflanze. Die gesunden Tomaten können dann weiterhin unbesorgt geerntet werden.

Die Mangelernährung lässt sich verhindern durch den Einsatz eines Flüssigdüngers, der speziell für Tomaten angeboten wird und der alles Notwendige an Nährstoffen enthält. In diesem Tomatendünger sind alle Mineralstoffe und Spurenelemente in ausgewogener Form enthalten und sofort pflanzenverfügbar.